Im ursprünglichen Sinn bedeutet Umschulung oder Umerziehung, jede Einflussnahme auf
einen Linkshänder, mit der rechten Hand zu schreiben. Da es viele umgeschulte Linkshänder
gibt, bei denen keine Umerziehung im klassischen Sinne stattgefunden hat, verwende
ich den Begriff in einer erweiterten Form: Umschulung ist alles was letztlich dazu
führt, dass ein Linkshänder mit der rechten Hand schreiben lernt.
Denkbar ist:
... eine linksseitige motorische Störung
... eine bewusste oder unbewusste Förderung des Gebrauchs der rechten Hand durch
Eltern oder andere Bezugspersonen lange vor der Einschulung,...weil man davon ausgeht,
ein rechtshändiges Kind vor sich zu haben und man deshalb glaubt, das Kind brauche
nur die richtige Anleitung, wenn es auf links wechselt, ...weil man selbst schlechte
Erfahrungen mit Linkshändigkeit gemacht hat (z.B. wenn man miterlebt hat, welche
Schwierigkeiten ein linkshändiger Freund beim Schreiben hatte), ...weil man selbst
umgeschult wurde und dies deshalb ganz automatisch auch tut...weil man die Bedeutung
der Händigkeit nicht kannte („ich wusste nicht, was ich damit anrichte“) ...weil
man davon ausgeht, das Kind sei beidhändig und daraus schließt, es sei egal, welche
Hand zum Schreiben gefördert wird
... dass das Kind völlig unbemerkt mit der rechten Hand zu Zeichnen und Malen beginnt,
weil es ein aufmerksamer Beobachter ist