allgemeine Informationen: Umschulung der Linkshändigkeit

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Linkshänder können bei verschiedensten Tätigkeiten zum führenden Gebrauch der rechten Hand umgeschult sein. Die nachfolgenden Informationen beziehen sich auf den klassischen Fall der Umschulung: Das Schreiben mit der rechten Hand. Als "Rückschulung" wird das anschließende Schreibenlernen mit der linken Hand bezeichnet.

Rückschulende möchten auf diesem Weg die Folgen der Umschulung verbessern. Erwachsene umgeschulte Linkshänder verbinden mit einer Rückschulung häufig den Wunsch ihre linkshändige Identität zu leben. Für sie ist die Rückschulung ein Weg, zu sich selbst zu kommen, den persönlichen Reichtum in sich zu entdecken, der bisher mit einem Verbot blockiert war. Hier bekommt die psychotherapeutische Begleitung des Prozesses entscheidende Bedeutung, damit das Verbot auch tatsächlich gebrochen werden kann.

 

Bei Kindern ist zu klären, ob die Motivation des Kindes ausreicht, da der Wunsch, sich im Bekannten, Vertrauten weiter zu bewegen naturgemäß groß ist. Die Betreuung durch erfahrene Fachleute muss möglich und die Unterstützung und Rücksichtnahme durch Familie und Schule gewährleistet sein.
Erwachsene sollten eine Rückschulung sehr behutsam angehen, wenn beruflicher oder privater Stress vorliegt und auf keinen Fall sofort mit links schreiben.

Jeder Rückschulende sollte sich darüber klar sein, dass man über den persönlichen Verlauf und vor allem zu den gewünschten Veränderungen keine Prognose stellen kann. Viele Rückschüler erhoffen sich durch das Schreibenlernen mit links und den Wirkungen auf das Gehirn auch Verbesserungen im psychischen Bereich. Tiefgreifende Veränderungen erreicht man jedoch nur durch eine begleitende oder anschließende Psychotherapie. 

Es gibt derzeit kein statistisch gesichertes Material zu Rückschulungsfolgen, dafür leider viele widersprüchliche Aussagen in den Medien und im Internet. Ich empfehle Ihnen deshalb, sich eine/n Linkshänderberater/in Ihres Vertrauens zu suchen, um Rückschulungsfragen persönlich zu klären und Ihren individuellen Weg zu finden.

Denn was wir haben, sind wertvolle Erfahrungen der Menschen, die eine Rückschulung begonnen haben und seit vielen Jahren mit links schreiben.

Emotionale Reaktionen wie Aggression oder Trauer sind während der Rückschulung möglich und sollten als Signale erkannt und therapeutisch bearbeitet werden.

Wut und Trauer weisen auf früh stattgefundene Übergriffe, die das junge Kind nur durch Anpassung an die Wünsche der geliebten Menschen verarbeiten konnte. In der Therapie wird es möglich eine neue, heilsame Ordnung aufzubauen.